Unsere Ungarntour im September
Nachdem wir am Donnerstag wie vor jeder Tour den Wagen mit Spenden vollgepackt haben, ging es am Nachmittag bei bestem Wetter los Richtung Ungarn. Mit im Gepäck wie immer vieeel Futter, auch einiges an Spezialfutter. Außerdem Decken, Näpfe, Spielzeug, Halsbänder/ Geschirre/ Leinen und medizinische Utensilien. Manche Dinge müssen wir vor der Tour kaufen, wie jetzt einige Sachen, die unsere verletzte Polly dringend benötigte: sterile Kompressen, Betaisadona, Manukasalbe. Auch spezielle Medikamente für die Senioren hatten wir dabei.
Direkt nach dem Start legten wir gleich den ersten Zwischenstopp ein und besuchten Mami Elli und ihre 5 Welpen auf ihrer Pflegestelle bei Petra in Wiesentheid. Die Zwerge wachsen so schnell! Sie haben inzwischen das große Treppenmonster bezwungen und erobern die Welt draußen um das Haus herum. Welpen kann man stundenlang zuschauen, man braucht gar keinen Fernseher… Nach dem “Babys kuscheln” ging es ohne Zwischenfälle bis Wien, wo wir wie immer ein paar Stunden geschlafen haben.
Auch die 4 Stunden Fahrt am Freitag bis nach Pecs vergingen schnell. Aber die Temperaturanzeige stieg und stieg und es versprach, ein heißer Tag zu werden. Dementsprechend waren wir eigentlich schon reif für die erste Dusche, als wir die Spenden für Christa übergeben hatten. Sie hat wieder einiges an Katzenfutter für die Straßenmietzen bekommen und auch ein bisschen was für ihre alten Tierschutzhunde.
Ordentlich aufgeheizt kamen wir im Tierheim in Pecs an, wo uns am Tor ein neues Schild empfing. Das hat uns wirklich sehr gefreut, denn es sagt viel darüber aus das wir eine gute Zusammenarbeit haben und dass das Team vor Ort diese auch so schätzt, dass es nach außen gezeigt wird.
Nach dem Ausladen des Wagens war der Nachmittag voll und ganz den Hunden gewidmet. Wenn man vor Ort ist und die Hunde live sieht, sie spürt und fühlt, dann ist das nochmal ganz anders als auf Fotos. Und immer wieder macht es uns traurig, dass all diese wunderbaren Wesen nicht gesehen werden…
Manche überraschen uns auch, wie diesmal der erst 8 Monate alte Koda. Der war noch bei der letzten Tour ein wilder Jungspund- immer etwas drüber, distanzlos, frech wie nix und andererseits so einsam und verlassen. Er hat uns diesmal absolut beeindruckt mit seiner Art. Aufmerksam, wissbegierig und anhänglich, viel ruhiger und bereit mit seinen Menschen überall hin zu gehen. Ein toller Hund, für den wir ganz dolle die Daumen drücken.
Auch die Senioren haben uns sehr berührt: Mirko, Maci, Doni und der neue auch schon 11 Jahre alte Pajti. Naja, sowie Hazel und Lucky, die einstigen Angsthasen, sind einfach mega Klasse. Allerdings hängen die beiden so aneinander, dass wir jetzt endgültig entschieden haben, sie nicht auseinander zu reißen. Auch wenn ihre Vermittlung einen 6er im Lotto mit Zusatzzahl braucht- es wäre einfach nicht richtig, sie zu trennen.
Wir hatten diesmal eine richtig gute Kamera dabei und haben von fast allen Hunden neue Fotos gemacht. Gute Fotos sind die Eingangstür zu potenziellen Adoptanten. Nicht jeder Hund findet ein Fotoshooting toll und es braucht manchmal schon etwas Geduld und Gelassenheit. Und die jungen Hüpfer mit ihrer bunten Knete im Kopf halten ja so absolut nicht still und kommen dann eben auf den Arm zum knipsen.
Zwischen den Fotoshootings war natürlich noch Zeit zum kennen lernen, kuscheln und bei manchen zum ausgelassen rumtoben. Wie mit Rexi oder Latte, die sich gleich eins der neues Spieli`s geklaut haben und damit richtig viel Spaß hatten. Denen war dann so warm, dass sie zur Abkühlung erstmal in den Pool gehüpft sind. Wir haben zwischenzeitlich auch öfter überlegt, ob wir uns da rein setzen, weil selbst eine Hundebadewanne bei über 30° C schon sehr verlockend aussieht.
Wir haben uns dann aber nach einem langen, lustigen, aber auch sehr emotionalen und sehr verschwitzen Nachmittag lieber für ein Eis entschieden.
Da unser Stammhotel diesmal leider ausgebucht war, haben wir die Nacht in einem, auch sehr schönen, Appartement verbracht. Frisch geduscht, den warmen Abend auf dem Balkon ausklingen lassen. Die Innenstadt war zwar nicht weit weg, aber unsere müden Füße und ein erschöpfter Kopf wollten nicht mehr vor die Tür.
Samstag früh hieß es für das Team vor Ort Abschied nehmen von Panni. Mit ihr zusammen sind wir rüber in unserer anderes Partnertierheim in Hajduböszörmeny gefahren. Nach zügigen 4 Stunden Fahrt wurden wir dort wie immer sehr herzlich empfangen. Mit allen verfügbaren Händen wurde der Rest des Wagens ausgeräumt. Mit im Gepäck war auch ein spezielles Geschenk für den Tierheimarzt Dr. Denes. Wir hatten ja im Frühjahr ein hochmodernes Ultraschallgerät für den Behandlungsraum mitgenommen. Da das ein kabelloses Handgerät ist, benötigt man zum Anschauen ein Tablett, Laptop ö.ä. Da es vor Ort nur ein altes, kleines Gerät gibt, haben wir jetzt einen neuen Laptop mitgenommen, der groß genug ist um alles ordentlich zu begutachten. Zu schauen, was den Hunden fehlt, kann lebensrettend sein. Diese Möglichkeit ist jetzt da- direkt bei Ankunft im Tierheim kann geschaut werden, welche Baustellen die Notfellchen mitbringen und entsprechend reagieren.
Wir hatten auch in Hajduböszörmeny einen wunderschönen, wenn auch immer wieder sehr emotionalen Nachmittag. Auch wenn es immer wieder Momente mit vielen Tränen gibt, muss auch Platz für Humor und Freude sein. Wir kennen uns schon so viele Jahre, wissen viel übereinander und teilen viel- auch privat. Neben einer respektvollen Zusammenarbeit für die Hunde, gibt es auch Freundschaft untereinander. Das macht die doch manchmal belastende Arbeit etwas erträglicher…
Im Moment gibt es nicht so viele Neuzugänge- nachdem gerade erst nur ein Bruchteil der beantragten (und dringend benötigten) Zuschüsse für das Tierheim bewilligt wurde, ist man in Bezug auf die Kosten momentan sehr vorsichtig. Fundhunde muss das Tierheim aufnehmen, aber es gibt auch eine lange Warteliste von privaten Abgaben. Jeder Neuankömmling verursacht Kosten: Test auf Herzwürmer, Giardien, Parvovirose, Impfungen, Entwurmung etc. Nach der Quarantäne dann die notwendige Kastration. Bei medizinischen Problemen Medikamente oder auch Operationen. Futter, wenn nötig Spezialfutter, Versorgung durch die Mitarbeiter. Laufende Kosten für Strom und Wasser. Viele Hunde kosten viel Geld. Geld, das nur bedingt da ist. Manchmal fragen wir uns, was passieren würde wenn wir nicht wären, nicht unterstützen würden, jeden Monat.
Am Ende des Nachmittages, nach Fotos und Videos und ausgiebigem Rundgang durch das Tierheim, haben wir noch einen Spaziergang mit Othello gemacht. An dem waren wir hängen geblieben, weil er in seinem Zwinger so fürchterlich geschrien hat. Als wir bei ihm standen, hat er sich sofort beruhigt- als wäre allein die menschliche Nähe und ein bisschen Zuwendung das absolute Heilmittel für ihn...
Gegenüber vom Tierheim befindet sich ein still gelegter Friedhof mit wunderschönen alten Gräbern und einer irgendwie sehr friedlichen Atmosphäre. Dort haben wir eine Runde mit Othello gedreht und er hat das sichtbar genossen- rumschnüffeln, markieren, ein bisschen Gras knabbern und dann auf einem alten verwitterten Grabstein eine Kuschelpause einlegen. Er ist ein so toller kleiner Kerl, wir drücken ihm ganz arg die Daumen damit er bald eine Familie findet. Ihn wieder in seinen Zwinger zu bringen war wirklich nicht schön…
Am Abend haben wir wie immer den Wagen vorbereitet, Boxen zusammengebaut, Pässe und Papiere sortiert, den Familien und dem Team Zuhause letzte Infos gegeben.
Sonntag früh durften unsere 10 Heimfahrer in ihre weich gepolsterten Boxen einsteigen und ihre lange Reise nach Hause antreten. Die Heimfahrt war etwas zähflüssig, vor allem innerhalb von Deutschland. Susanne hatte auf ihrer Reststrecke einen Schutzengel. Es gab einen schweren Unfall mit mehreren Toten, vor dem sie verschont blieb.
Alle unsere Fellschnuten sind gut gelandet. Wir sagen Danke an die Familien für den reibungslosen Ablauf. Und freuen uns jetzt schon auf die nächste Tour im Oktober















































































