Pünktlich am Donnerstag, früher Abend, ging es los Richtung Ungarn. Mit an Bord wie immer viel Futter, Medikamente, Spielzeug, einiges an Decken für die kommenden kalten Wintermonate und als Mitfahrer unsere Pflegemami Petra, bei der grad Elli und ihre Welpen leben (suchen noch ein Zuhause!). Bis auf einen langen Stau, gleich kurz nach dem Start, sind wir gut bis Wien durchgekommen, wo wir dann trotzdem ziemlich müde ins Bett fielen- den Wagen mit etwa 800kg Hilfsgütern zu beladen fordert schon seinen Tribut bei uns nicht mehr so taufrischen Mädels…
Freitag früh ging es dann munter und ausgeruht bei ordentlich Sturm weiter bis nach Pecs- bei dem großen Wagen muss man das Lenkrad da schon ordentlich festhalten, wenn man nicht mal kurz einen Meter nach links oder rechts geschoben werden mag.
An unserem Treffpunkt kurz vor dem Tierheim wartete schon Christa. Sie bekommt von uns immer Futti für die Straßenmietzen, ein bisschen was für ihre eigenen, alten Tierschutzhunde und Kleidung für die Menschen in ihrem Dorf. Welchen es nicht so gut geht wie uns. Diesmal war auch ein ganz persönliches Paket für sie dabei, geschickt von der lieben Ingrid die uns schon jahrelang unterstützt. Wir wissen nicht was drin war, aber die Freude war ziemlich groß bei Christa.
Noch ein paar hundert Meter weiter den Feldweg entlang kamen wir dann im Tierheim an, bei durchwachsenem aber (noch) trockenem Wetter. Beim Ausladen der Spenden hat uns gleich mal Neuzugang Maya geholfen- sie hat sich dann auch direkt schon mal ein Spendentütchen (Danke nochmal an die Barferia in Kissing für die tollen Kausnacks!) mit einem fetten Knochen geklaut - gut das wir direkt am Anfang ein Foto gemacht haben denn weder die Tüte und erst recht nicht den Knochen hat sie wieder rausgerückt.
Nachdem alle Spenden ausgeladen waren, kam dann auch der alte Mirko mal vorbei zur Qualitätskontrolle und zum Probesitzen. Leider haben wir für den liebenswerten alten Herrn immer noch kein Zuhause finden können und so musste er wieder aussteigen. Wir haben ihm (mal wieder) versprochen für ihn weiter zu suchen. Es gibt so Hunde, die gehen einem ganz besonders ans Herz. Mirko ist einer davon und wir hoffen, er findet auch endlich seine Menschen die seine gute Seele sehen.
Wir haben die anstehenden Projekte besprochen, von denen es zwei neue geben wird.
Leider verzögert sich der Umbau der Zwingerböden immer noch, weil niemand da ist der die Arbeit erledigt. Alles Material ist da. Wir hatten sogar angeboten, jemanden zu bezahlen aber aktuell mangelt es wohl einfach an einer Person die bereit ist, diesen Job zu übernehmen.
Der Nachmittag war dann den Hunden gewidmet. Einige durften sich über Patenpakete und tolle Leckereien freuen. Natürlich bekommen immer auch die anderen etwas, keiner geht da leer aus. Viel Spaß hatten wir mit den 6 wuseligen Welpen. Bis auf einen haben alle vor Ort Interessenten, was wir sehr begrüßen denn dann können die Zwerge einfach früher in ein Zuhause und müssen nicht noch 8 Wochen warten bis wir sie mitnehmen können. Der letzte Kleine findet ganz sicher auch noch seine Familie.
Sehr beeindruckt hat uns Neuzugang Bruno. Davon mal abgesehen das er ein total freundliches Schätzchen ist, obwohl er sein bisheriges Leben lang an einer Kette hing- dieser Hund hat so krasse Augen, da kann man gar nicht wegsehen! Auch von einigen anderen Hunden haben wir entweder die ersten oder auch neue Fotos gemacht.
Der Nachmittag war viel zu schnell rum. In Ungarn wird es eine Stunde früher dunkel als hier. Da das Tierheim aber keine Stromversorgung hat für Beleuchtung, beendet das den Tag dann zwangsläufig. Da es dann auch noch anfing zu regnen, waren wir nicht böse über den Feierabend.
Kurz im Aldi eine Brotzeit für den Abend geholt und dann haben wir unser Appartement aufgesucht. Da unser kleines Stammhotel umgebaut wird, mussten wir diesmal woanders nächtigen. War ok, aber unser Hotelchen ist uns echt lieber. Die sollen sich also ja beeilen mit dem Umbau!
Samstag früh haben wir dann unsere 7 Mitfahrer eingesammelt und sind rüber nach Hajduböszörmeny gefahren, wo uns das Team schon erwartet hat. Die Wiedersehensfreude ist immer groß, denn wir sind nicht mal eben nur die Deutschen die Spenden bringen, sondern nach so vielen Jahren auch gute Freunde, die alle dasselbe Ziel haben.
Mit Hilfe vom Team und ein paar jungen Helfern war der Wagen schnell ausgeräumt. Wir sind immer wieder erstaunt, was da so alles reinpasst obwohl wir dden Wagen nicht bis unters Dach stapeln, das würde das zulässige Gesamtgewicht komplett sprengen.
Wie immer gab´s dann erstmal Mittagessen. Kristinas Mann hat wieder dieses wunderbar leckere ungarische Letscho für uns gekocht, extra vegetarisch- vielen lieben Dank dafür!
Beim Essen schnackt es sich ja am Besten und so haben wir auch da über die aktuellen Probleme, aber auch über die Pläne für die Zukunft gesprochen. Die gibt es, lasst euch überraschen.
Beim obligatorischen Rundgang durch das Tierheim haben wir Videos für die Zuhause aufgeregt wartenden Familien gemacht und nach alten Bekannten und unseren Sorgenkindern geschaut. Danach durften dann einige zum Fotoshooting vor das Tor. Das Kennenlernen und Anfühlen der Hunde ist für uns und für die Vermittlungen enorm wichtig. Es liegt in unserer Verantwortung, eine gute Einschätzung abzugeben darüber, welcher Hund wohin passt. Also schauen wir uns die Fellnasen schon genau an um zu sehen wie sie so drauf sind.
Später am Abend, bei einbrechender Dunkelheit, haben wir gemeinsam mit dem Team Kerzen für die verstorbenen angezündet- für Csaba, einen langjährigen Mitarbeiter der viel zu früh verstorben ist, und für die Hunde die ihren Ruheplatz auf dem Gelände haben. Da wussten wir noch nicht, dass auch Dark bald hier seinen Platz finden wird… Wir sind unendlich dankbar, ihn noch mal gesehen zu haben.
Schon ziemlich durchgefroren von den vielen Stunden draußen ging es dann ins Appartement. Da war aber noch nicht Feierabend, denn 17 Boxen mussten noch für die Heimfahrt am Sonntag vorbereitet werden - aufgebaut, mit Decken bestückt und ordentlich im Wagen platziert. Erst dann kam die wohl verdiente heiße Dusche und ein gemütliches Abendessen. Noch ein bisschen Papierkram (wann schicken wir welche Familie los, Passhüllen vorbereiten) und dann ab ins Bett.
Durch die Zeitumstellung durften wir mal richtig lange schlafen und so starteten wir ausgeruht pünktlich um 8 Uhr mit dem Anziehen der Sicherheitsgeschirre und dem Einladen. Kurz noch auf den Amtsveterinär und dessen Freigabe warten und dann ging es für uns und 17 Heimfahrer Richtung Deutschland. Wir sind gut durchgekommen, unsere Abholgruppe war vorbildlich. Selbst als Transporthilfe Beke in Deutschland liegen geblieben ist, gab es schnell eine Lösung und alle unsere Einwanderer sind gut in ihren Familien angekommen, auf ihren Pflegestellen und in unserem deutschen Partnertierheim.
Das Team von dort wird uns bei unserer Weihnachtstour im Dezember wieder begleiten und uns helfen, die vielen Weihnachtspakete zu verteilen die wir bei der Weihnachtstour immer im Gepäck haben.
Natürlich hoffen wir, dass im Dezember wieder ganz viele Fellnasen mitfahren dürfen.

































































