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Unsere Ungarntour im Juli


[ Tourberichte ]

Letzten Donnerstag war es wieder soweit: unter tatkräftiger Mithilfe von Mitfahrerin Beke haben wir wieder ganz viele Spenden eingeladen.  Beim Packen müssen wir immer ein bisschen vorausplanen, da wir ja hintereinander 2 Tierheime anfahren und nach dem ersten Besuch auch schon Hunde im Auto haben. Es erfordert also ein bisschen Logistik, alles so zu packen das man nachher beim Ausladen auch dran kommt. 

Am späten Nachmittag ging es dann voll bepackt los für 600km bis Wien, wo wir wie immer eine Zwischenübernachtung hatten. Halbwegs gut ausgeschlafen Samstag früh dann weitere 500km bis nach Pecs, wo wir zuerst Christa mit Futter für die Straßenkatzen versorgt haben.  Pünktlich am Mittag kamen wir im Tierheim in Pecs an, und mit ganz vielen helfenden Händen wurden die mitgebrachten Sachen ausgeladen- Futter, Decken, Halsbänder/ Leinen, Badepools, Näpfe- alles was das Tierheim eben so benötigt. Eine Hunde durften sich über ihre Patenpakete freuen. 

Der Nachmittag war den neuen Notfellchen und denen gewidmet, die schon länger dort sitzen. Bei richtig schönem Wetter haben wir Fotos und Videos gemacht, die Neuzugänge kennen gelernt, gemeinsam gekuschelt und gespielt und mit dem Team die aktuellen Probleme besprochen.

Diesmal haben wir mal wieder in Pecs übernachtet und sind erst Samstag früh Richtung Hajduböszörmeny gestartet. Am frühen Morgen durften unsere Mitfahrer einsteigen. Besonders glücklich waren wir über Noel und Maszi, die schon unglaublich lange im Tierheim saßen.  Und auch die kleine alte Püppi durfte mit. Da fiel der Abschied von der Pflegestelle nicht leicht aber die Gewissheit, dass sie auf einen guten Platz kommt, half dabei. Unser monatelang durch Anita gehegtes Notfellchen Tamme durfte auch mit, zusammen mit Kumpel Roni. 

Der 450km lange weg nach Hajduböszörmeny führte uns an unzähligen Sonnenblumenfeldern  vorbei- wenn die einem so ihre knallgelben Köpfe zudrehen, hat man automatisch dauerhaft ein Lächeln im Gesicht… Das war auch gut so denn die Fahrt da rüber war wegen einiger einspuriger Baustellen auf der Autobahn etwas zähflüssig.  Aber mittags kamen wir dann doch gut mit unserer wertvollen Fracht an. Unsere Mitfahrer durften ihre Pensionsunterkünfte beziehen und dann wurde auch dort mit Hilfe vieler freiwilliger Helfer das Auto ausgeladen. 

Zuerst haben wir Neuzugang Gabriel kennen gelernt, der wegen seines momentan noch schlechten Zustandes den einzigen Innenraum bewohnt. Der Kleine ist wirklich so liebenswert, und das obwohl er von Menschen so furchtbar behandelt wurde! 

Nach einem gemeinsamen leckeren Mittagessen und einer Teambesprechung ging es dann an die Foto/ Videoliste, die wir immer dabei haben.  Wir lernen zuerst immer die letzten Neuzugänge kennen. Für eine Vermittlung ist es absolut wichtig, den Hund zu sehen und zu fühlen. Nur dann können wir guten Gewissens entscheiden, in welche Familie er passt- oder eben nicht. Danach holen wir immer einige der Hunde aus dem Zwinger, die schon länger da sind. Manche Hunde verändern sich mit der Zeit: Angsthunde lernen z.B. , mehr Vertrauen zu haben. Manche ändern sich aber auch eher zum Negativen, werden unverträglich, können nicht runter fahren weil sie Dauerstress haben.  Diese Informationen sind sehr wichtig für uns, wenn es um eine Adoption geht. Auch wer grad mit wem zusammen sitzt gibt uns viel Information, weshalb wir viele Videos in den Zwingern machen.

Der Nachmittag war schnell vorbei und wir haben unsere Ferienwohnung bezogen. Damit war die Arbeit aber noch nicht getan, denn 18 Boxen mussten noch zusammen gebaut, mit Decken versehen und im Auto platziert werden.  Am Abend wird die sogenannte Losschickliste noch vervollständigt, mit der wir von unterwegs die Familien zu ihren Übergabeorten los schicken. Pässe und Traces müssen sortiert und in Umschläge  verpackt werden, damit die Familien dann bei Übergabe nicht nur ihren Hund, sondern auch alle Dokumente bekommen.

Dann hieß es müde Licht aus und schlafen, um für die lange Heimreise fit zu sein. 

Sonntag früh dann durften nach dem Besuch des Amtsveterinärs und dessen OK unsere Heimfahrer einsteigen. Sie bekommen ihre Sicherheitsgeschirre angezogen und dürfen dann ihre Box beziehen, die für die 1100km bis zum ersten Stop ihr Hotelbett sind. 

An der deutschen Grenze wurden wir diesmal rausgeholt und hatten eine Kontrolle. Unsere Personalien und die Papiere der Hunde wurden gecheckt.  Sehr zufrieden mit diesen und auch mit der Sicherung der Boxen im Auto wünschten uns die netten Grenzbeamten dann eine gute Weiterfahrt. 

Wir sind gut durchgekommen und auch der Weitertransport in Deutschland hat für alle prima geklappt (vielen lieben Dank an Norbert, der für uns wieder gefahren ist um 4 der Hunde nach Hause zu bringen  ). Bis unser Vereinswagen wieder steht, haben wir an einem Wochenende über 3000km zurück gelegt. Das Wochenende geht immer unglaublich schnell rum wegen der vielen Eindrücke. Die Müdigkeit erwischt einen eigentlich immer erst Montags…

Alle Hunde sind gut angekommen. Wir sagen auch nochmal herzlich Danke an die vielen Spender, die bei den Ausreisekosten der Hunde geholfen haben, die jetzt über zwei deutsche Tierheime ihre Familien finden. Hunde wie Angsthase Athina hätten keine andere Möglichkeit. Athina saß jetzt 4 Jahre im Tierheim und hätte es ohne diese Möglichkeit vermutlich nie verlassen können.

Jetzt heißt es erstmal, das Spendenlager wieder aufzufüllen.

Der Wagen und die Boxen werden gereinigt , alle Decken gewaschen und dann schauen wir nach vorn zur nächsten Tour im September. 

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