Zuerst vorab eine kurze Erklärung, warum wir bei den vorhergesagten Temperaturen die Tour nicht verschoben haben - was für uns definitiv angenehmer gewesen wäre…
Ab 01.07.2026 gilt für alle Transporter ab 2,5 Tonnen im grenzüberschreitenden Verkehr eine Fahrtenschreiberpflicht. Wir sind damit gleichgesetzt mit LKW's im Güterverkehr.
Daran gekoppelt sind neben der nötigen Nachrüstung mit dem Lesegerät und der Anschaffung von Fahrerkarten für jeden Fahrer, leider auch Lenkzeiten von 9 Stunden pro Person. Danach folgt eine Standzeit von min. 9 Stunden. Wir haben also maximal 18 Stunden Zeit, um alle Hunde sicher nach Deutschland zu bringen und selber wieder nach Hause zurück zu kommen. Da wir bei den meisten Touren noch bis in den Harz oder Richtung Köln fahren, wird letzteres schon sehr schwierig.
Und absolut zwingend muss in Zukunft jeder Beifahrer den großen Wagen fahren - für einige unserer Tourbegleiter wird das noch sehr spannend.
Mit dieser Regelung soll der Verkehr sicherer gemacht werden. Aber das sich gerade für die Tierschutzvereine ein riesiges Problem ergibt, interessiert die EU leider nicht. Denn laut Tierschutzgesetz und Auflagen der Veterinärämter sollen die Tiere so schnell wie möglich nach Hause gebracht werden, ein Verbleiben im Auto während der vorgeschriebenen Standzeit ist nicht zulässig. Logistisch ist das auch für uns eine große Herausforderung, wir sind da noch am sortieren und Lösungen suchen. In der Zeit bis zur nächsten Tour muss der Wagen nachgerüstet werden, Kosten ca. 1.500-2.000€.
Das letzte machbare Wochenende ohne Fahrtenschreiber war also unser Tourwochenende und deswegen MUSSTE die Tour gefahren werden. Ursprünglich war die Tour eine Woche später geplant, wir hatten sie extra vorgezogen.
Wir haben uns im Vorfeld natürlich Gedanken gemacht, wie wir die Hunde schützen denn bei bis zu 40 Grad vorhergesagter Außentemperatur schafft das die fest verbaute Dachklimaanlage auch nicht mehr ganz easy. Also haben wir zusätzliche Lüfter eingepackt, um die kalte Frischluft von vorn noch mit nach hinten zu holen - durch die eingebaute Schleuse im Wagen ist der Raum nach hinten ja offen.
Das packen des Autos war ziemlich schweißtreibend, schon da haben sich kalte, nasse Handtücher im Nackenbereich sehr bewährt. Damit sind wir eigentlich das ganze Wochenende unterwegs gewesen. Sah jetzt nicht so stylisch aus hat aber geholfen. Kann man zur Not auch als Turban wickeln um das kochende Gehirn abzukühlen.
Wir haben uns wie schon die letzten Male in Wiesentheid bei einer unserer Pflegestellen getroffen. Dort bleibt das Beifahrerauto stehen und dort laden wir auf dem Rückweg dann auch die Hunde um, die Richtung Köln weiterfahren (der große Wagen fährt die A7 weiter rauf und einer der privaten Fellschnuten unserer 1. Vorsitzenden darf bei Pflegemami Petra immer Urlaub bei seiner Schwester machen.
Wie immer ging es Donnerstag Abend noch bis Wien, leider mit einigen Staus und Verzögerungen. Das setzte sich am Freitag auch fort auf dem Weg nach Pecs, aber wir sind gegen Mittag gut dort angekommen und haben zuerst unsere Katzen-Christa getroffen.
Zur Mittagszeit waren es schon 35 Grad und das Ausladen des Autos kurz danach im Tierheim haben wir diesmal anders gemacht. Um nicht alles 2x anzufassen und hochzuheben, haben wir die Spenden direkt in den Container gepackt.
Einige Hunde haben sich wieder über Patengeschenke gefreut.
Bitte seht uns nach, wenn es diesmal nicht von allem Fotos gibt, wir haben das manchmal einfach verdöselt, von jedem Bilder zu machen. Überhitzung der Hirnzellen...
Die neue Treppe und die jetzt richtig leicht zu öffnenden Türen der Schleuse haben wir bewundert, das macht das arbeiten echt um einiges leichter!
Bei kalten Getränken haben wir dann zusammen gesessen und die anstehenden Projekte besprochen - in Pecs werden jetzt endlich die Zwingerböden in Angriff genommen und der Außenzaun wird erneuert.
Weil es so arg heiß war, haben wir (in beiden Tierheimen) keine Fotos der Neuzugänge gemacht, da das für die Hunde einfach viel zu anstrengend gewesen wäre. Das muss warten bis zur nächsten Tour. Angefreundet haben wir uns trotzdem mit den Neulingen - Beke hat sich da große Mühe gegeben denn die Neuzugänge sind noch arg scheu.
Da wir die Tour wegen dem Fahrtenschreibergesetz eine Woche vorgezogen hatten, gab es doch tatsächlich wegen eines Musikfestivals in Pecs keine verfügbaren Zimmer mehr.
Darum sind wir diesmal anders als sonst schon am Freitag Nachmittag nach Hajduböszörmeny gefahren. Unsere drei Mitfahrer saßen ganz vorn direkt hinter uns, wo es am kältesten ist. Das Thermometer zeigte 37,5 Grad draußen, aber drinnen war es wirklich angenehm. Am Abend wartete noch ein Mitarbeiter im Tierheim in Hajduböszörmeny, um die Hunde in Empfang zu nehmen - lieben Dank dafür, die haben nämlich eigentlich um 17 Uhr Feierabend.
Samstag früh waren wir zum Frühstück eingeladen und haben uns mit Vali und Kristina im Csuporka Bolt getroffen, einem sehr schönen kleinen Laden mit ganz viel handgemachten Dingen zu kaufen (unsere Gäste der Mitfahrtour vom letzten Jahr erinnern sich sicher). Bei Kaffee , leckerer Limonade und süßen Teilchen haben wir auch dort über die anstehenden Probleme gesprochen.
Danach ging es ins Tierheim. Wieder schwitzen beim Ausladen, aber so langsam gewöhnt man sich daran.
Langzeitsitzer Kaloz hat seine Gedenktafel für sein Zwingergitter bekommen und wir haben eine Kerze angezündet für die verstorbenen Hunde, die ihren Platz auf dem kleinen Friedhof haben.
Auch hier ohne das übliche Fotoshooting wegen der Hitze - für die Hunde ist dieses Wetter eine extreme Belastung. Stattdessen wurde viel gestreichelt, immer wieder Wassernäpfe nachgefüllt. Das Team ist zurzeit mehrmals am Runde drehen um den Wasserbedarf zu decken - auch für die Arbeiter ist das grad richtig anstrengend!
Da wir ja diesmal viel mehr Zeit hatten und den ganzen Tag vor Ort waren, haben wir uns einige der Hunde mit viel Unterwolle rausgesucht und die ein bisschen erleichtert. Bianca hat da ordentlich Pelz gelassen. Zwingerkumpel Loki hat sich gedacht, das schaut gut aus und seinen Popo auch gleich mit hingehalten.
Danach war Bela dran, aus dem auch Unmengen von alter Unterwolle rauskam und zum Schluss haben wir uns um Opa Maci gekümmert. Der würde zwar Sonntag mitfahren, hatte aber so einen dicken Pelz das wir uns dachten, es wäre sicher eine Erleichterung den nicht mit nach Deutschland nehmen zu müssen. Da lag dann ein 2. Maci daneben.
Am Abend im Apartment ist bei uns noch nicht Feierabend, da wird noch Büroarbeit erledigt und der Wagen vorbereitet für unsere Heimfahrer. Boxen aufbauen und positionieren, Lüfter eingestellt und Leinen gespannt für zusätzliche nasse Tücher - sah ein bisschen aus wie ein Wäschekeller. Aber das ist ja wurscht - Hauptsache, es hilft und jedes Grad weniger im Auto wäre gut.
Sonntag waren wir bereits um 7 Uhr im Tierheim um vor der großen Hitze zu starten, damit sich der Wagen gar nicht erst aufheizt. Alle 9 Plüschnasen durften geschwind rein hüpfen und dann sind wir durchgebrettert bis nach Hause - Motor aus lediglich so lange der Tankstutzen drin war. Das Konzept ist aufgegangen, wir hatten durchgehend maximal 24 Grad im Auto bei Außentemperatur von stellenweise 39 Grad. Begleitet haben uns viele riesige Sonnenblumenfelder.
Alle sind gut angekommen, auch der 12 Jahre alte Maci hat die Fahrt gut überstanden. So eine Tour müssen wir auch nicht unbedingt oft haben, aber alle haben das Beste draus gemacht und es hat auch alles wirklich gut geklappt. Mittlerweile haben wir uns auch wieder gut erholt denn anstrengend war es natürlich schon. Aber geht nicht, gibt’s nicht bei uns.
Unsere Glücksfellchen seht ihr später in ihren eigenen Beiträgen.
































































